weitere Infos zur Luftraumänderung!


Wir haben heute von offizieller Stelle ein Statement erhalten, basierend auf meinem Beitrag vom 31. Jänner welcher unten verändert bzw. mit den Ergänzungen versehen angefügt ist und dem Beitrag von Stefan Brandlehner auf www.paragleiter.org, welcher auch entsprechend der heutigen Info angepasst bzw. ergänzt wurde.

TRA´s Gaisberg und Schwarzenberg!
Ursprünglich von mir falsch als TMA bezeichnet. TRA = Temporary reserved Area. TMA = Transponder mandatory Airspace

Liebe Pilotinnen und Piloten!

Die derzeitigen Diskussionen bezüglich Luftraumänderungen in Österreich dürfte mittlerweile wohl jeder mitbekommen haben.
Eigentlich wollte ich mit der Veröffentlichung der Daten bzw. der vorläufigen Verhandlungsergebnisse noch warten da wir noch nichts offizielles vorliegen haben. Aber die Gerüchte und Spekulationen nehmen meines Erachtens eine untragbare Form an. Deshalb gebe ich euch nachfolgend meinen Wissensstand weiter, mit dem Hinweis dass es sich dabei um vorläufige Verhandlungsergebnisse* handelt und wir wie erwähnt noch nichts offizielles Vorliegen haben.

* Anmerkung Generalsekretär ÖAeC Manfred Kunschitz:
Wir stehen kurz vor (max. ein paar Wochen) einem „vorläufigen Endergebnis“, das der ÖAeC dann auch entsprechend kommentieren wird.

An dieser Stelle sei auch erwähnt dass mich gewisse Kraftausdrücke und Hasstiraden gegen öffentliche Stellen, welche im Internet auf verschiedenen Plattformen zu lesen sind, ärgern und nicht gerade hilfreich für jene Personen sind die mit diesen Stellen Verhandlungen führen sollen.

Grund für die Änderungen ist eine Weisung der EU an die zuständigen Behörden die von der EASA gewünschten einheitlichen Luftraumregelungen in Europa einzuführen. Somit hat das Ministerium die Weisung an die Austrocontrol weitergegeben. Konsequenz dieser einheitlichen Luftraumregelung ist, dass länderspezifische Regelungen darin nicht mehr vorgesehen sind und somit gestrichen werden sollen. Daraus resultiert dass es die Lufträume in denen wir uns derzeit, gesetzeskonform ohne Transponder bewegen dürfen nicht mehr geben wird bzw. die Obergrenzen harabgesetzt werden.* Daraus wiederum entsteht eine Transponderpflicht für alle Luftfahrzeuge bzw. hat diese Pflicht schon immer bestanden mit dem Unterschied dass wir uns bisher in diesen Lufträumen nicht bewegt haben.
Es ist also nicht ganz richtig was Medien und Piloten in öffentlichen Plattformen kommunizieren. Es soll keine Transponderpflicht für HG/PG und Segelflieger eingeführt werden sondern die Änderung der Lufträume würde dies notwendig machen.

* Anmerkung Generalsekretär ÖAeC Manfred Kunschitz:
Ist im Ansatz ganz gut erklärt, aber nicht „ganz“ richtig. Den heutigen Luftraum „E“ wird es auch dann noch geben. Die heutige Untergrenze der CTA bleibt bestehen. Der auch heute schon darunter liegende „E“ wird aber (gem. Weisung des bmvit) in Teilbereichen zusätzlich als „TMZ“ ausgewiesen werden, das ergibt den springenden Punkt:
*) HEUTE: kraftangetriebene Luftfahrzeuge müssen in „E“ einen Transponder einschalten.
*) NEU: keine Transponderpflicht mehr im gesamten „E“ – dafür Pflicht für „alle“ innerhalb einer „TMZ“
Siehe dazu auch den Kommentar im „facebook“:
Achtung! Es ist nicht richtig, dass HG/PG in Lufträumen der Klasse „G“ (= freier Luftraum) einen Transponder benötigen werden! Lediglich innerhalb als Transponder Mandatory Zones (TMZ) definierten Lufträumen müssen „alle Luftfahrzeuge“ einen Transponder in Betrieb haben! Über Ausdehnung solcher Lufträume wird zurzeit verhandelt – bei den aktuell öffentlich diskutierten Untergrenzen handelt es sich keineswegs um in Stein gemeißelte Zahlen! [ÖAeC]

Die Sitzung mit Austrocontrol, Ministerium und Aeroclub für Salzburg fand am 29.01 in Wien statt. Zu dieser Sitzung war ich eingeladen konnte aber aus zeitlichen Gründen nicht anwesend sein. Jedoch bin ich aus erster Hand informiert.
Die temporären Segelfluggebiete Gaisberg und Schwarzenberg bleiben bestehen wie gewohnt, auch die befliegbaren Höhen bleiben unverändert. Sie werden lediglich umbenannt in sogenannte TRA´s (Temporary Reserved Airspace). Weiters werden für Österreich verschiedene Höhen ausgearbeitet, in Salzburg wird derzeit über eine Höhe von 11.000ft verhandelt. Dazu kommt eine max. Höhe von 2000ft GND um höhere Berge (z.B. Alpenhauptkamm) auch ohne Transponder überfliegen zu dürfen.

* Anmerkung Generalsekretär ÖAeC Manfred Kunschitz:
Die „7“ aktuell diskutierten bzw. möglichen Höhenstaffeln wären korrekt:

4500 ft MSL oder spätestens ab 1000 ft. GND
5500 ft MSL oder spätestens ab 1000 ft. GND
6500 ft MSL oder spätestens ab 1000 ft. GND
8500 ft MSL oder spätestens ab 1500 ft GND
11000 ft MSL oder spätestens ab 1500 ft GND
14500 ft MSL
15500 ft MSL

D.h. zumindest in Salzburg ergeben sich daraus wenige Einschränkungen und das Fliegen (auch Streckenflüge) wird wie gewohnt möglich sein.
Für alle Flüge die über diese Höhen hinaus gehen wäre das Mitführen eines Transponders notwendig.
Derzeitige Ergebnisse der Verhandlungen würden nur das Mitführen des Transponders aber keinen Flugfunk vorsehen.
Wenn die Hersteller div. Fluggeräte wie z.B. Bräuniger, Flytec o.a. auf diesen Zug aufspringen und leistbare, einfache Geräte entwickeln, wäre dies sogar teilweise vorteilhaft in manchen Gebieten, weil man dann sogar in Lufträume einfliegen darf die man bisher nicht nutzen durfte.

So weit ich weiß ist Innsbruck und der Rest Tirols nach Verhandlungen auch nicht sehr eingeschränkt und unsere Fliegerei wird auch weiterhin möglich sein.
Starke Einschränkungen würden nach derzeitigen Verhandlungen die Fluggebiete rund um den Schöckl (Stmk.) und Ried bzw. das nördliche Oberösterreich und wohl auch Teile Niederösterreichs erfahren.

Es ist klar dass niemand Einschränkungen haben will und dass sich Piloten dagegen wehren wollen, vor allem dann wenn ich bisher etwas durfte was dann plötzlich verboten wird oder es mit großem Mehraufwand verbunden wäre.
Ich sehe das Ganze so… die Alternative für das Ministerium wäre wahrscheinlich eine Gesetztesänderung welche uns HG/PG und Segelflieger nicht mehr vorsieht. Also müssen Kompromisse gefunden werden die für alle Seiten annehmbar sind. Momentan sind der Aeroclub und viele Bundeslandvertreter daran diese Lösungen gemeinsam mit Ministerium und Austrocontrol in zahlreichen Verhandlungen zu finden.
Spätestens jetzt sollte es jedem bewusst werden wozu wir einen Dachverband wie den Aeroclub benötigen.
Abschließend möchte ich noch erwähnen dass selbst die Austrocontrol, vor allem die Fluglotsen nicht mit allen Punkten aus der Weisung des Ministeriums zufrieden sind und hier zwangsläufig auch hinter unseren Bedürfnissen stehen.
In Salzburg, speziell was den Fly4Fun mit unseren temporären Fluggebieten anbelangt können wir uns glücklich schätzen eine so gute Gesprächsbasis mit der Austrocontrol unseres Flughafens zu haben.

Sobald ich genaueres bzw. offizielles weiß, werde ich euch dazu schnellst möglich informieren.

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