Stadtflugtag – Making Of


Für alle, die beim Salzburger Stadtflugtag am 18.05.2019 dabei waren, war dieser Tag sicher ein Highlight des Fliegerlebens. Einen Nachbericht brauchen wir dieses Mal nicht schreiben, dieses tolle Video von Yves Jonczyk fasst den Tag perfekt zusammen. Hier findet ihr auch jede Menge Fotos von Michael Gstöttner. Weitere Fotos uns Videos werden auf unserer Facebook-Seite geteilt.

Die Geschichte fängt schon ein paar Jahre vor dem Fest an. Als wir vor ca. zwei Jahren zum ersten Mal von den Bauarbeiten am Salzburger Flughafen gehört haben, konnten wir nicht glauben, dass fünf Wochen lang kein Flugzeug starten und landen wird. Natürlich haben wir uns sofort bei der Austrocontrol gemeldet und angefragt, wie wir diese Zeit für die Paragleiter und Drachenflieger nutzen können. Es gab auch recht schnell die Aussage, dass man da sicher was machen kann und ab dem Zeitpunkt war klar, dass es etwas Großes werden wird. Natürlich bestand die Hoffnung, dass die CTR einfach fünf Wochen lang inaktiv sein wird und wir jeden Tag über die Stadt fliegen dürfen. Leider wäre dazu eine Verordnung vom BMVIT notwendig und diese gab es wegen dem kurzen Zeitraum der Bauarbeiten nicht. So war es für viele enttäuschen, dass zwar keine Flugzeuge fliegen, unsere Lufträume aber trotzdem weiterhin bestehen bleiben. Das Maximum, das wir raushandeln konnten waren zwei Ausnahmen: für die Gaisberg-Trophy (die leider wetterbedingt abgesagt wurde) und eine Einflugerlaubis in die CTR für einen Tag für unser Fest.

Schon sehr früh wurde eine Wiese von einem Clubmitglied als Landeplatz angeboten, allerding hat sich bei genauerer Betrachtung herausgestellt, dass diese Wiese zwar für ein kleines Vereinsfest, nicht aber für die zu erwartende Menge an Piloten geeignet ist. Aus dem Grund haben wir uns Anfang 2019 nochmal auf die Suche nach einem Landeplatz gemacht und waren sehr froh, dass wir einen Bauern gefunden haben, der uns seine Wiese für einen Tag verpachtet.

Schon sehr früh haben wir überlegt wie „groß“ die Veranstaltung werden soll. Natürlich wäre es eine super Gelegenheit gewesen, die Salzburger einzuladen, eine Kunstflugshow und Livemusik zu organisieren und ein richtiges Freiflugfestival zu veranstalten, aber uns war es wichtiger ein Fest für unsere Mitglied und alle Paragleiter und Drachenflieger zu machen. Aus Erfahrung wissen wir auch, dass es nicht leicht ist, genügend Helfer für verschiedene Arbeiten zu finden. Für Flugvorführungen und Wettbewerbe ist eine Luftsportrechtliche Genehmigung notwendig, die sehr teuer ist und die es für den Event wohl auch nicht gegeben hätte. Für Rahmenprogramm mit Moderation und Livemusik ist eine Veranstaltungsstättengenehmigung notwendig, die auch mit hohen Auflagen verbunden ist. So haben wir uns für eines kleines Vereinfestes für Piloten entschieden. Diese Form hat dem Verein am wenigsten Auflagen abverlangt und da natürlich alle fliegen und nur wenige arbeiten sollten haben wir so auch am wenigsten Helfer gebraucht. Das heißt natürlich auch, dass man weniger Einnahmen hat, als wenn man beispielsweise die Bar selbst betreibt. Uns war aber vor allem wichtig, dass unsere Mitglieder den Tag genießen können.

Als die letzten Wochen das Wetter dauerhaft sehr schlecht war, konntent wir nur noch auf Wetterglück hoffen. Die Vorhersagen waren nicht ideal, aber als Locals war uns bald klar, dass es fliegbar sein wird. Die Föhnvorhersage hat viele abgeschreckt, aber wir kennen unser Fluggebiet und uns war klar, dass der Föhn an dem Tag kein Problem sein wird, was er im übrigen auch in den typischen Föhntälern nicht war. Es war aber stärkerer Südwind vorhergesagt und da gab es natürlich die Unsicherheit, ob er mehr aus Südost oder Südwest kommen wird. Dass die Thermik an einem Tag im Mai auch mal stark sein kann und Dust Devils über Mittag über den Startplatz ziehen, ist für den Gaisberg nicht ungewöhnlich. Entsprechend anspruchsvoll waren die Bedingungen über Mittag. Wer konnte, ist am Vormittag geflogen und wurde mit genialer Thermik über der Stadt belohnt. Einige konnten vom Gaisberg zum Untersberg fliegen, dort aufdrehen und eine Sightseeing-Runde über den Flughafen und die Festung zum Landeplatz in Gneis fliegen. Drei Meter pro Sekunde steigen über der Stadt war keine Seltenheit und die Basis war ziemlich genau bei den an dem Tag erlaubten 9.000 ft.

Wenn man sich aber die Aufzeichnungen unserer Wettersstation ansieht erkennt man schon, dass wir mit diesem Tag sehr viel Glück hatten.

Insgesamt waren trotz der nicht perfekten Wettervorhersage ca. 300 Piloten über den Tag verteilt am Gaisberg. Sie sind aus ganz Österreich, Bayern und einige Teilnehmer der verschobenen German Open sogar aus Italien angereist. Besonder gefreut haben wir uns, dass auch ein paar Drachenflieger dabei waren.

Das Wichtigste aber ist, dass der Tag ohne Zwischenfälle für alle perfekt gelaufen ist. Wir haben viel positiven Zuspruch bekommen und können sagen, dass der Tag für alle Piloten etwas ganz Besonderes war. Dazu haben vor allem auch die Helfer am Infostand und Startplatz beigetragen, die die vielen Gastpiloten mit allen notwendigen Infos versorgt haben. Und vor allem auch Hubert, der den ganzen Tag am Landeplatz war und für einen reibungslosen Ablauf gesorgt hat. Ein herzliches DANKESCHÖN an alle Helfer am Start- und Landeplatz.

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