Errichtung der neuen Flugwetterstation am Gaisberg


Seit März 2004 ist nun unsere Wetterstation am Gaisberg in Betrieb. Nachdem die ursprünglich installierte Panoramakamera demontiert wurde und die Verhandlungen über eine Weiterführung dieser Anlage mit der Betreiberfirma zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt hatten, haben wir uns entschlossen, die Entwicklung einer richtigen „Flieger-Wetterstation“ selbst in die Hand zu nehmen. Darüber hinaus ist es unserem Verein wichtig, das clubeigene Fluggelände Gaisberg, in einem top Zustand für die Hänge- und Paragleiter zu halten. Dazu ist es von Zeit zu Zeit notwendig für die Infrastruktur des Fluggeländes ein paar Euros auszugeben. Mit der „kleinen“ Randbedingung, daß die Vereinskasse dieser Belastung auch gewachsen ist. In diese Infrastrukturmaßnahme fließt der Großteil der Vereinseinnahmen.Kamera mit Windsack
Das notwendige Know-How war quasi clubintern vorhanden, ist doch unser Clubkollege Gerhard Fercher Geschäftsführer der Firma Mechatronix und die wiederum beschäftigt sich seit Jahren mit Webcams für die Automatisierungstechnik.

Unsere Vorgabe war: Auf der Vereins-Homepage sollten neben Bildern vom Startplatz inklusive Windsack auch Wetterdaten wie Windstärke, Windrichtung und Temperatur abrufbar sein und alle 15 Minuten aktualisiert werden.

Da wir die Infrastruktur rund um die Sendeanlage der Telekom nutzen konnten, machten Strom- und ADSL-Anschluß weniger Probleme als die Witterungsbedingungen. Durch die Nähe zur Stadt und die damit verbundene hohe Luftfeuchtigkeit muß in der kalten Jahreszeit selbst die Funkantenne der Telekom bis zu zweimal pro Tag von Eis befreit werden. Somit kam für die Wetterstation nur Hardware in Frage, die der Wetterunbill auch über Jahre hinaus trotzen würde.

Ein hochwertiger Industrie-Halbleiter-PC, ohne bewegte Teile, bildet das „Herzstück“ der Wetterstation. Der installierte Ultraschall-Windsensor funktioniert auch dann noch, wenn ein herkömmlicher Flügelradsensor schon längst vereist ist. Um ein Anlaufen der Kameralinse zu verhindern, wurde eine Heizung eingebaut. Damit ist garantiert, daß selbst bei tiefen Temperaturen unsere Homepage alle 15 Minuten mit aktuellen Bildern des Startplatzes beliefert wird. Da Nachtaufnahmen für uns Flieger weniger von Interesse sind, sorgt ein eingebauter Helligkeitssensor dafür, daß die Bilder nur während des Tages geschossen werden.

Die Notstromversorgung der Telekom gewährleistet den Betrieb der Anlage auch dann, wenn die herkömmliche Stromversorgung zusammenbrechen sollte. Und sogar an eine Sicherung gegen Blitzschlag wurde bei der mehrere tausend Euro teuren Anlage gedacht.

Für die Wartung der Station auf den Gaisberg zu fahren ist übrigens nicht notwendig, ist unsere Anlage doch fernwarttauglich, d.h. die gesamte Windows-Oberfläche des Industrie-PC kann über Internet auf andere Rechner übertragen werden.

Die Software zur Darstellung der Meßdaten wurde von der Fa. Mechatronix komplett neu entwickelt und an unsere Bedürfnisse angepaßt. Neben Informationen über die aktuellen Windwerte sind Durchschnittswerte der vergangenen Stunde oder gar ein 24-Stunden-Verlauf abrufbar.

Als nächster Schritt ist geplant, die Windwerte auch über Telefon abfragbar zu machen. Und mit einem hochauflösenden Temperatursensor wird man in Zukunft versuchen thermische Ablösen zu messen! Für alle Interessierte: Was sind die Voraussetzungen für die Errichtung einer solchen Anlage?

Ideal, weil am billigsten, ist ein ADSL-Anschluß vor Ort und eine Stromquelle. Aber auch andere Möglichkeiten wie Stromversorgung über Solarzellen, Datenübertragung über eine Funk-LAN Strecke oder über GPRS-GSM sind möglich und werden von der Fa. Mechatronix auch gerade bei einem Projekt in Mürzzuschlag umgesetzt. Die Kosten einer vergleichbaren Wetterstation sind stark abhängig von den Anforderungen an die Hardware. Aber unter einigen tausend Euro ist eine solche Anlage kaum zu realisieren.

Da sich die Zugriffe auf die Homepage seit Inbetriebnahme der Wetterstation fast verdreifacht haben, sind wir inzwischen bereits mit Sponsoren in Verhandlung, mit deren Hilfe es möglich sein sollte, einen Teil der entstandenen Kosten für die Errichtung der Anlage abzudecken.

Falls sich jemand eine ähnliche Wetterinfo auch für seinen Hausberg wünscht, steht unser Obmann, Hans Wolfsgruber, und der Geschäftsführer der Fa. Mechatronix, Gerhard Fercher, für Auskünfte gerne zur Verfügung.

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