Streckenjagd, Seenbeute und Adlerattacke - ein sonntäglicher Kurzausflug mit dem Hängegleiter

Auch ich habe letzten Sonntag, dem 10. Mai, die Seen-Rallye gestartet! Tja, die einen machen Muttertag, die anderen einen Flugtag. Die Erwartungen waren hoch gesteckt, die Flugbedingungen bescheiden. Schon bei meinem Start um 12.30 Uhr konnte man auf der Ostseite soaren, allerdings bei schwacher Thermik. Mein Abflug erfolgte somit auf 1.300m - nicht ganz optimal…

Das gleiche Spiel am Gurlspitz und dann auch etwas weiter beim Schwarzenberg - Hangsoaring vom Feinsten, shit! Als dann am Schwarzenberg endlich die Wolke kam, war ich auch schon oben und Richtung Wiestalseequerung unterwegs (See 1).

Am Ochser ging’s bei etwas bockiger Leethermik endlich über Grat und der Ostwind war soweit mal besiegt. Es folgte Hintersee (See 2), Rannberg und Wolfgangsee als drittes Gewässer.

10-Seen Rallye

10-Seen Rallye

Am Schafberg konnte dann endlich Basis mit 2.300 m gemacht werden bei netter Aussicht. Als Fleißaufgabe folgte der Schwarzensee, anschließend Leonsberg und die Weißenbachtalquerung mit etwas viel Wald unterm Bauch! Aber die Wolke über dem Höllkogel war keine leere Versprechung und im Anschluß ging’s direkt über das schneebedeckte Höllengebirge, fett! Am Feuerkogel dann nochmal Basis auf 2.300 m, was aber für einen Gleitflug zum Traunsee und wieder retour nicht ganz so hoch war (See 4).

Nach Ebensee wendete ich über dem glasgrünen Wasser, wo sich Segelboote und Kitesurfer tummelten. Ich konnte den Talwind ebenfalls gut für mich nutzen und ließ mich zum bewaldeten Berghang wieder zurück blasen. Nach insgesamt 10 km taleinwärts mußte ich schließlich zum entscheidenden Low-safe ansetzen. Ich wechselte die Talseite um im Sulzgraben unterm Rosenkogel noch irgendwie aufzusoaren.

Der Plan funktionierte und auf Grathöhe angekommen gings wieder zurück über die Trau Richtung Leonsberg - ab nach Hause. Aber die großflächigen Abschattungen machten den Heimflug etwas trickreich. Zu guter Letzt kam bei einem überlebensnotwendigen Bart ein fetter Adler mit ausgefahrenen Krallenschuhwerk direkt auf mich zu. Als er dann auch noch auf mein hochpoliertes Mylarsegel Fuß fassen wollte, zeigte ich ihm die Zähne. Ich tauchte im Sturzflug durch, spannte den Drachen an und kam gerade noch mit 70 km/h davon. Der Raubvogel, im wahrsten Sinne, folgte mir noch und drehte schließlich ab. Ich jedoch drehte ebenfalls um und stieg nochmal in denselben Bart ein, Mißtvieh!

Nach gelungenem Bluff konnte ich gerade noch St. Wolfgang erreichen und über der ersten Ausweiche der Schafbergbahn bis Basis aufkurbeln. Anschließend ging’s dann endlich zum Attersee (See 5) und schließlich wieder retour zum Schafberghotel abermals zum Höhe tanken.

Auf 2.300 m startete ich meinen Endanflug Richtung Gaisberg, den ich gerechterweise genau über den Mond- und Fuschlsee ansetzte (See Nr. 6 und 7). Als Extrazuckerl ging’s noch über den Eibensee westlich von der Drachenwand, nice! Der Ostwind tat sein übriges dazu und nach einem 24 km-Gleitflug bei nettem Rückenwind kam ich dann gerade noch rechtzeitig unterm Nockstein an. Wieder ging’s im Windspiel soarend nach oben und nach exakt 4 Stunden Flugzeit konnte ich wieder den Oststartplatz überfliegen. Let’s call it a day Baby…

Alle Details samt Flight Track unter
http://xc.dhv.de/xc/modules/leonardo/index.php?name=leonardo&op=show_flight&flightID=83806

Paragleiterflüge der 10-Seen Rallye findet man unter
http://www.xcontest.org/world/en/flights/daily-score-pg/

Ein schöner Rallye-Flug von Jo Keppler:
http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:jkeppler/3.5.2009/13:17

Keep flying
Tom

1 Kommentar zu “Streckenjagd, Seenbeute und Adlerattacke - ein sonntäglicher Kurzausflug mit dem Hängegleiter”


  1. 1 Thomas Münnich

    Immer wieder geile Berichte(und Flüge) von Tom!!!!!!

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