Alpenrosen CUP 2004

Bericht von Alex Schalber (zweiter) und Helmut Ebner (elfter).


Letztes Wochenende ging’s ab nach Westendorf zum Alpenrosen Cup. Das Fluggebiet rund um den Startberg, die Choralpe, ähnelt „unserer“ Osterhorngruppe und ermöglicht normalerweise interessante Streckenführungen.

Als wir am Donnerstag morgen anreisen, ist schon zu befürchten, daß bei dem auf vier Tage angesetzten Wettbewerb nicht mehr als ein Flugtag möglich sein würde.

Nachdem auch am ersten Tag nachmittägliche Gewitter nicht auszuschließen sind, entschließt sich das Taskkomittee zu einer kurzen Aufgabe mit „nur“ 41 Kilometern.
Da viele Ligapiloten die „Schlaglöcher“ (O-Ton Helmut Ebner) des ersten Durchgangs beim Alpen Open noch in Erinnerung haben, soll uns die Strecke bei 15 bis 20 km/h NW-Wind auch nur luvseitig an Nord- oder Westflanken entlang führen.
Das anspruchsvolle an kurzen Wettbewerbsaufgaben ist, daß man sich keinen taktischen Fehler erlauben kann. Bereits ein bis zwei Minuten Rückstand können sich als uneinholbar erweisen. Dementsprechend konzentriert nutzen wir die erste Thermik am Startberg, der Choralpe.
Helmut und ich erarbeiten uns dann auch eine gute Ausgangsposition und können dem ersten Pulk um Christian Tamegger und dem Deutschen Andreas Malecki problemlos folgen.
Nach drei Bojen besteht das erste Pulk noch immer aus rund zehn Piloten. Ein letzter Anflug soll uns gegen den Wind zurück zur Choralpe führen, dann gilt es den Endanflug über die letzte verbleibende Wende im Tal anzusetzen. Doch just als wir versuchen, die Höhe für einen hohen Anflug auf die Choralpe zu ersteigen, verhindert eine Abschattung die dafür notwendige Thermik.
Jetzt heißt es entweder warten oder tief gegen den Wind weiterfliegen. Die meisten entscheiden sich für letzteres. Auf der Choralpe angekommen sind Helmut und ich zwar im ersten Pulk, dafür aber nicht einmal mehr auf Höhe Mittelstation. Die letzte Boje ist weit draußen im Tal – und damit außer Reichweite. Mit zusammengebissenen Zähnen kurbeln wir 0,5 m/s Steigen, mehr ist bei unserer geringen Höhe nicht zu finden. Bei jedem Kreis blicke ich zurück. Wann kommen die ersten Verfolger - wir verplempern hier schon drei bis vier Minuten?
Und da kommen sie auch schon: Helmut Eichholzer und Stephan Stieglair haben sich in der Abschattung mehr Zeit genommen und etwas Höhe getankt. Hilflos müssen wir zusehen, wie sie in Gipfelhöhe der Choralpe noch einige Thermikkreise drehen und dann abfliegen.
Als ich endlich über den Gipfel steige, sind schon sieben oder acht Piloten vor mir und gleiten ins Tal hinaus – allerdings bis auf den Tiroler Armin Eder allesamt deutlich tiefer.
Von der letzten Boje geht’s noch knapp vier Kilometer ins Ziel – und die werden den meisten vor mir zu lang. Mit knapp 20 Höhenmetern kann ich hinter Armin als zweiter die Ziellinie in Westendorf überfliegen. Helmut Ebner muß, wie alle in seinem Pulk, nur wenige hundert Meter vor der Ziellinie zur Landung ansetzen und wird damit elfter.

Schon am Abend versprechen uns die Veranstalter, sollte sich die Wetterprognose für die nächsten Tage nicht ändern, bereits Freitag morgen abzubrechen.
Und wie nicht anderes zu erwarten, regnet es bereits Freitag früh...

Ergebnislisten und Fotos findet ihr wie immer auf www.paragleiter.org.

Nächstes Wochenende fahren wir zum Weltcup nach Talloires am Lac d‘Annecy in Frankreich. Schau‘n wir mal wie da das Wetter wird.

Helmut Ebner und Alex Schalber