Letztes Wochenende ging’s ab nach Westendorf
zum Alpenrosen Cup. Das Fluggebiet rund um
den Startberg, die Choralpe, ähnelt „unserer“
Osterhorngruppe und ermöglicht normalerweise
interessante Streckenführungen.
Als wir am Donnerstag morgen anreisen, ist
schon zu befürchten, daß bei dem auf vier
Tage angesetzten Wettbewerb nicht mehr als
ein Flugtag möglich sein würde.
Nachdem auch am ersten Tag nachmittägliche
Gewitter nicht auszuschließen sind, entschließt
sich das Taskkomittee zu einer kurzen Aufgabe
mit „nur“ 41 Kilometern.
Da viele Ligapiloten die „Schlaglöcher“ (O-Ton
Helmut Ebner) des ersten Durchgangs beim
Alpen Open noch in Erinnerung haben, soll
uns die Strecke bei 15 bis 20 km/h NW-Wind
auch nur luvseitig an Nord- oder Westflanken
entlang führen.
Das anspruchsvolle an kurzen Wettbewerbsaufgaben
ist, daß man sich keinen taktischen Fehler
erlauben kann. Bereits ein bis zwei Minuten
Rückstand können sich als uneinholbar erweisen.
Dementsprechend konzentriert nutzen wir die
erste Thermik am Startberg, der Choralpe.
Helmut und ich erarbeiten uns dann auch eine
gute Ausgangsposition und können dem ersten
Pulk um Christian Tamegger und dem Deutschen
Andreas Malecki problemlos folgen.
Nach drei Bojen besteht das erste Pulk noch
immer aus rund zehn Piloten. Ein letzter
Anflug soll uns gegen den Wind zurück zur
Choralpe führen, dann gilt es den Endanflug
über die letzte verbleibende Wende im Tal
anzusetzen. Doch just als wir versuchen,
die Höhe für einen hohen Anflug auf die Choralpe
zu ersteigen, verhindert eine Abschattung
die dafür notwendige Thermik.
Jetzt heißt es entweder warten oder tief
gegen den Wind weiterfliegen. Die meisten
entscheiden sich für letzteres. Auf der Choralpe
angekommen sind Helmut und ich zwar im ersten
Pulk, dafür aber nicht einmal mehr auf Höhe
Mittelstation. Die letzte Boje ist weit draußen
im Tal – und damit außer Reichweite. Mit
zusammengebissenen Zähnen kurbeln wir 0,5 m/s
Steigen, mehr ist bei unserer geringen Höhe
nicht zu finden. Bei jedem Kreis blicke ich
zurück. Wann kommen die ersten Verfolger
- wir verplempern hier schon drei bis vier
Minuten?
Und da kommen sie auch schon: Helmut Eichholzer
und Stephan Stieglair haben sich in der Abschattung
mehr Zeit genommen und etwas Höhe getankt.
Hilflos müssen wir zusehen, wie sie in Gipfelhöhe
der Choralpe noch einige Thermikkreise drehen
und dann abfliegen.
Als ich endlich über den Gipfel steige, sind
schon sieben oder acht Piloten vor mir und
gleiten ins Tal hinaus – allerdings bis auf
den Tiroler Armin Eder allesamt deutlich
tiefer.
Von der letzten Boje geht’s noch knapp vier
Kilometer ins Ziel – und die werden den meisten
vor mir zu lang. Mit knapp 20 Höhenmetern
kann ich hinter Armin als zweiter die Ziellinie
in Westendorf überfliegen. Helmut Ebner muß,
wie alle in seinem Pulk, nur wenige hundert
Meter vor der Ziellinie zur Landung ansetzen
und wird damit elfter.
Schon am Abend versprechen uns die Veranstalter,
sollte sich die Wetterprognose für die nächsten
Tage nicht ändern, bereits Freitag morgen
abzubrechen.
Und wie nicht anderes zu erwarten, regnet
es bereits Freitag früh...
Ergebnislisten und Fotos findet ihr wie immer
auf www.paragleiter.org.
Nächstes Wochenende fahren wir zum Weltcup
nach Talloires am Lac d‘Annecy in Frankreich.
Schau‘n wir mal wie da das Wetter wird.
Helmut Ebner und Alex Schalber