Quelle: Österreichischer Aeroclub Sektion Hänge- und Paragleiter
 


Inhalt

Unfallentwicklung 1993 - 2000

Alle Flugunfälle ohne Motorflug

Unfallursachen Hänge- Paragleiter

Unfälle Hänge- Paragleiter absolut

Unfälle nach Flugphasen

Unfälle nach Altersgruppen

 Zusammenfassung

Dank und Quellenhinweise
 
 






Hänge- und Paragleiterunfälle 2000

  1. Unfallentwicklung 1993 – 2000

Insgesamt setzt sich die positive Entwicklung des Unfallgeschehens der letzten Jahre fort.

Am bemerkenswertesten ist der Rückgang der Toten und Schwerverletzten.

2 Tote, sowie 50% weniger Schwerverletzte bestätigen die gute Arbeit aller, die im Hänge- und Paragleitersport mitarbeiten.

Ab dem Jahr 2001 konnte die Unfallerhebung international vereinheitlicht werden. Die Daten aller beteiligten Länder ( Deutschland, England, Frankreich, Italien, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz) werden gleich erfasst und verglichen. Durch die größere Datenmenge können die Ursachen besser erkannt und bekämpft werden.

Erfasst wurden die der Austro Control gemeldeten Unfälle. Da bei schweren Unfällen meist die Flugrettung angefordert wird (Inanspruchnahme der Bergekostenversicherung) bzw. Gendarmerie oder Polizei den Unfall aufnimmt, dürften die meisten schweren Unfälle erfaßt sein. Bei leichten Verletzungen oder Störungen ohne Personenschaden unterbleibt sehr oft die Unfallmeldung.
 
 

3.0 Alle Flugunfälle 2000 ohne Motorflug
 
  Scheine
%
Ges. Tot Schw. Leicht Nicht Pax Ges Tot Schw. Leicht Nicht
Motorsegler
Unbek.
Unbek.
18
0
4
0
14
 
2
0
2
0
0
Segelflug
3731
0,62
23
0
4
4
15
 
1
0
0
1
0
Fallschirm
953
1,67
16
1
8
1
1
 
5
0
5
0
0
Ballon
242
0,41
1
0
0
0
1
 
4
0
3
1
12
Hängegleiter
1281
2,4
31
1
8
2
1
 
0
0
0
0
0
Paragleiter
7237
1,51
110
4
41
7
6
 
4
0
3
1
0
Gesamt    
199
6
65
14
38
 
16
0
13
3
12

Die absoluten Unfallzahlen muß man natürlich in Verbindung mit der Pilotenanzahl, sowie der Startanzahl betrachtet werden.

In Österreich dürfte es ca. 800 Hängegleiter und 5000 Paragleiter geben. 1281 Hängegleiter, sowie 7237 Paragleiter besitzen derzeit einen gültige Pilotenschein. Im Schnitt macht ein Pilot 30 Starts im Jahr.

Bei dieser hohen Startanzahl muß man Hänge- und Paragleiten als sicheren Flugsport bezeichnen.

3.1 Verletzungsgrad der Verunglückten

2000 starben 5 Piloten (7 Piloten 1999) bei der Ausübung ihres Sportes. Die schweren Verletzungen gingen von 83 auf 41 zurück. Dass die meisten Piloten nun den vorgeschriebenen Rückenschutz verwenden, wirkt sich hier sicher aus.

Die Tandemunfälle gingen von 7 auf 4 Unfälle zurück
 
 
 
 

4.0 Unfallursachen Hänge- Paragleiter


 
 

Hängegleiter:

Unfallursache Nummer 1 bleibt die Landung. Schlechte Landeeinteilung ist meist der Beginn einer verpatzten Landung.

Die gute Gleitleistung verbunden mit relativ hoher Landegeschwindigkeit überraschen oft die Piloten. Auch die Landeplatzbesichtigung wird oft vernachlässigt.

Daher vermehrte Aufmerksamkeit auf die Landeeinteilung. Jede Landung sollte eine Ziellandung sein

Als sehr sicher stellen sich die neuen Starrflügler heraus. Die gute Steuerbarkeit, sowie die gute Beherrschbarkeit im Landeanflug (Wölbklappen) dürften die Gründe dafür sein.

Gleitschirme:

-Start

Die Startfehler nahmen zu.

Aus Beobachtungen an vielen Startplätzen, sowie bei Sonderpilotenscheinen kann man feststellen, dass bei vielen Piloten die Starttechnik sehr mäßig ist. Kein Kontrollblick und keine dynamische Beschleunigung sind die Ursache vieler schlechter Starts.

Auch routinierte Piloten sollten von Zeit zu Zeit an einem Flachen Hang bei wenig Wind perfekte Starts üben.

-Einklapper

Die Unfälle aus Einklappern nahmen ab. Die Flieger beherrschen die Schirmreaktionen nach Klappern besser.
 
 

5.0 Unfälle in absoluten Zahlen:
 
 


 
 

5.1 Wetterverhältnisse an den Unfalltagen

Nach wie vor beschränkt sich oft die Wetterbeurteilung auf den Wind am Startplatz, oder ob bereits ein Pilot gestartet ist.

Die neue Art der telefonischen Wetterberatung (051703 9999) ist vielen Piloten zu kompliziert.
 
 

  1. Unfallverteilung nach Gerätekategorien

  2.  

     
     
     
     


     
     

    1. Unfallgeräte in %

 
 
 
  7.0 Unfälle nach Flugphasen


 
 

7.1 Unfälle nach Flugphasen in %
 
 

8.0 Unfälle nach Alter

Das Alter dürfte für die Unfallhäufigkeit keine Rolle spielen.

8.1 Unfälle nach Nationen

9.0 Zusammenfassung

1. Allgemeines:

Die Unfälle bei den Hängegleitern stiegen 2000 leicht an. Trotzdem gab es nur einen Toten. ( 1999 2 Tote)

Es gab keine Unfälle mit Starrflüglern, so daß man diese als sehr sicher einstufen kann. Die gute Steuerbarkeit und die relativ langsame Landegeschwindigkeit durch Wölbklappen tragen dazu bei.

Beim Gleischirmfliegen sanken die Unfallzahlen von 190 Unfällen 1993 auf 110 Unfälle 2000.

Gab es 1997 noch 12 Tote, waren es 2000 nur mehr 4. Auch die Zahl der Schwerverletzten halbierte sich. Bei den Tandemflügen gab es nur mehr 4 Unfälle, obwohl die Anzahl der Passagierflüge stark anstieg.

Die in den letzten Jahren getroffenen Maßnahmen, wie die Einführung des Rückenschutzes, die Verbesserung der Ausbildung und das unkritischere Verhalten der neuen Gleitschirme bringen gute Erfolge.

2. Möglichkeiten zur Unfallverringerung

2.1 Ausbildung

Weitere Intensivierung der Wetterkundeausbildung! Ein großer Teil der Unfälle ist auf das Wetter zurückzuführen.

2.2 Rating

Erst nach einer gewissen Flugerfahrung sollte ein Pilot auf Hochleister umsteigen. Man kann dieses Umsteigen mit der Streckenflugberechtigung koppeln.

2.3 Unfallforschung

Um Unfälle bei Hänge–und Paragleitern zu analysieren ist es unbedingt notwendig, so bald als möglich mit dem verunglückten Piloten oder Zeugen Kontakt aufzunehmen, um genaue Unfalldaten zu bekommen (einheitlicher Unfallerfassungsbogen in Europa)

Dafür sollten wir von der Austro Control so schnell als möglich die Daten des Verunglückten erhalten.

Außerdem würde ich Piloten und Flugschulen dringend ersuchen, uns mit beiliegendem Erfassungsblatt Unfälle und Störungen mitzuteilen.

Alle Daten werden vertraulich behandelt und können notfalls auch anonym sein.

2.4 Aufklärung

Der ÖAC Sektion Hänge- und Paragleiten, sowie Flugschulen, Vereine, sollten ihre Erfahrungen veröffentlichen.

Speziell Lufttüchtigkeitsanweisungen, Änderungen im Luftrecht, bei Lufträumen, in der Wetterberatung, müssen umgehend allen Piloten zugänglich gemacht werden (Internet, Homepage, Fachzeitungen, Vereinskuriere)

10.0 Dank und Quellenhinweise
 
 

Um diese Unfallübersicht zu erstellen, möchte ich mich bei allen bedanken, die mir Daten und Auskünfte zur Verfügung stellten, im Besonderen:

Austro Control Herr Mittl Unfalldaten

Austro Control Wetterdienst Innsbruck Wetterdaten

DHV Technik Herr Jursa Aufbau der gemeinsamen Datenbank

Flugschulleiter Herr Girstmaier Bruno Flash News

Sowie allen Piloten, die bei der Aufklärung von Unfällen mitgeholfen haben.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Staud Ossi ÖAC April 2001